Im Moment findet bei uns ein Seminar zur Veredelung von Obstbäumen mit Beate und Michael Heißenberg statt. Die Teilnehmer lernen dabei nicht nur viel Wissenswertes über alte Obstsorten, sondern vor allem die Kunst der Veredelung. Für alle, die nicht dabei sein konnten, hier eine kurze Zusammenfassung:

Zur Vorbereitung Handschuhe anziehen, damit die Schnittstelle nicht mit Keimen kontaminiert wird. Außerdem den Daumen der Hand, mit der wir das Messer führen, zur eigenen Sicherheit mit Pflasterband umwickeln.

  1. Am besten ein Messer mit gerader Klinge verwenden, damit man einen geraden Schnitt hinbekommt.
  2. Mit der Gartenschere die Mutterpflanze (die sogenannte Unterlage) glatt, möglichst weit weg vom nächsten Auge durchschneiden und darauf achten, dass die Rinde nicht am Schnitt einreißt. Die Schnittfläche muss sauber bleiben und darf nicht ausfransen, um mögliche Faulstellen auszuschließen.
  3. Die Unterlage einkerben, möglichst mittig, mit einem Schnitt.
  4. Beim Edelreisig das untere Auge wegschneiden. Die Augen müssen beim Veredeln nach oben zeigen.
  5. Den Spitzpropfen unterhalb des Auges beidseitig zum Keil spitz zuschneiden.
  6. Den Spitzpropfen in die Unterlage einführen.
  7. Beim Zusammensetzen achtet man darauf, dass die Rinden bündig (plan) aneinander abschließen. Wenn das Edelreisig und die Unterlage unterschiedlich dick sind, müssen die Rinden an einer Seite richtig bündig sein. Dort wird der Baumsaft übertragen. Der Rest wird mit Wachs eingestrichen.
  8. Die Halbmonde des Edelreisigs sichtbar lassen. An der Veredelungsstelle treten die Pflanzensäfte aus und die Wunde verheilt. Durch die Halbmonde bildet sich eine größere Verbindungsstelle, die besser zusammenwachsen kann. Die Rinde wallt von beiden Seiten rüber.
  9. Mit einem Gummiband zusammenbinden und stramm ziehen.

Obstbäume Veredeln 2

  1. Mit Wachs einstreichen.
  2. Die veredelten Bäume brauchen etwa 14 Tage länger um zu blühen. (Keine Panik)